Ob Wirtschaftsspionage oder Privatspionage – die Werkzeuge dafür sind einerlei
Nachdem der Eiserne Vorhang längst und wohl auch endgültig gefallen ist, mag bei dem unbedarften Bürger der Eindruck entstanden sein, dass das Thema Spionage viel von ihrer Aktualität verloren hat. Doch dem ist keineswegs so, auch wenn sich der Fokus in den letzten Jahren auf den privaten Bereich oder noch gravierender – auf das Ausspähen der Konkurrenz verlagert hat. So hat Wirtschaftsspionage geradezu Hochkonjunktur und stellt für große Unternehmen gleichermaßen eine reelle Gefahr dar wie für den Mittelstand oder kleinere Betriebe. Dies mag unter anderem damit zusammenhängen, dass es von technischer Seite her noch nie so einfach gewesen ist, sich heimlich Informationen zu verschaffen. Da platziert die von einer Zeitarbeitsfirma als Vertretung geschickte Sekretärin eben mal einen Keylogger an der Tastatur des Chefs oder versteckt ein Abhörmikrofon in seinem Büro und schon kommt die illegale Informationsbeschaffung ins Rollen. Ein anderes denkbares Szenario: die Reinigungsfrau, die nach Büroschluss ihre Arbeit verrichtet, verteilt in aller Ruhe an allen relevanten Stellen entsprechende Mikrofone. Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, um bei der Konkurrenz mit einem Minimal-Risiko entdeckt zu werden, eine Abhöranlage oder eine Minikamera unterzubringen. Und was für die Wirtschaftsspionage gilt, das lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen, denn die dazu nötige Ausrüstung kann jeder mit Leichtigkeit kaufen und zwar in einem sogenannten Polizeishop. Wer also beispielsweise wissen will, worüber sich der Nachbar links mit dem Nachbar rechts auf der Straße immer so angeregt unterhält, der sucht einen Polizeishop auf und besorgt sich einen Geräuschverstärker, wie ihn das Richtmikrofon oder Parabolmikrofon ausmacht und schon kann er selbst aus größerer Entfernung ohne Weiteres die Gespräche abhören. Und wessen Neugier so weit geht, dass er unbedingt wissen möchte, wohin die hübsche Nachbarin jede Dienstag nacht hinfährt, der kann in solch einem Shop für Polizei Technik einen speziellen Sender kaufen, den er unbemerkt am PKW der Frau Nachbarin montiert und so dessen Ortung mühelos bestimmen kann. Um dieses ausgefeilte Spionagewerkzeug zu kaufen, braucht unser neugieriger Nachbar übrigens nicht mal seine Wohnung zu verlassen, sondern kann dieses auch in einem entsprechenden Onlineshop bestellen.
